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Die Wurzeln der Hip Hop-Kultur
By admin | April 29, 2010
Jeder verbindet mit Hip Hop bestimmte Assoziationen. Geprägt wird unser Bild von dieser Musik- und Jugendkultur vor allem von den Medien und von an angesagten Künstlern der Szene, die sich im Fernsehen und Internet präsentieren.
Wie jede andere Musikrichtung ist auch Hip Hop gewissen Trends unterworfen. In Deutschland sind momentan Hip Hop-Künstler wie Sido und Bushido sehr erfolgreich. Sie sorgen mit ihren zum Teil gewalt- und drogenverherrlichenden Texten für Aufsehen und produzierten aufgrund ihres teilweise provokanten Auftretens so manchen Skandal. Daneben ist Hip Hop auch in andere Bereiche vorgedrungen, etwa in die Mode. Kleidung von Marken wie Alpha Industries gehören zum optischen Erscheinungsbild vieler Hip Hopper. Doch wo liegen überhaupt die musikalischen und gesellschaftlichen Ursprünge der Hip Hop-Kultur?
Musikalische Einflüsse
Die Hip Hop-Musik entwickelte sich in den 1970er Jahren im New Yorker Stadtteil Bronx und breitete sich von dort im Laufe der 1980er Jahre über die ganze Welt aus. Ihren Ursprung hat die Hip Hop-Musik in vielen älteren musikalischen Kulturen. Eine Art von Sprechgesang, die dem Rap ähnlich ist, benutzten so beispielsweise schon die Griots. Diese westafrikanischen Wanderer erzählten oftmals vor einem Publikum Geschichten von ihren Wanderungen. Diese Tradition der afrikanischen Wanderprädiger wurde von afrikanischen Einwanderern in die USA getragen.
Eine andere US-amerikanische Musiktradition, welche den Hip Hop beeinflusste, ist der Scat-Gesang. Eine Besonderheit dieses Gesanges besteht darin, dass der Vortragende versucht, mit seiner Stimme ein Instrument nachzuahmen und seine Texte in eine Art stotterndem Sprechgesang vorträgt. Besonders im Blues und Jazz war der Scat verbreitet und beeinflusste dadurch den Oldschool-Hip-Hop.
Gesellschaftlicher Hintergrund
Hip Hop entwickelte sich in den USA zu einer Zeit, in der die amerikanische Bürgerrechtsbewegung vor dem Niedergang stand. In den 70er Jahren ging es zudem mit vielen US-amerikanischen Innenstädten bergab. Große industrielle Unternehmen zogen sich von den Innenstädten in die günstigeren Vororte oder direkt ins Ausland zurück. Dadurch stieg die Arbeitslosenrate in vielen Städten stark an, besonders unter afroamerikanischen Jugendlichen. Infolge dessen wendeten sich viele Jugendliche in diesen Bezirken der Kriminalität im Allgemeinen und dem Drogenhandel im Speziellen zu. Als mit der Zeit der Drogenhandel florierte, wurde der soziale Zusammenhalt in diesen Vierteln zunehmend durch die Drogenprobleme vieler Einwohner zerstört.
Besonders schlimm ging es in der South Bronx zu, in der Geburtsstätte des Hip Hop. Seit den 1960er Jahren wurden von der Regierung in diesem Viertel vor allem Sozialhilfeempfänger untergebracht. Auch hier blühte seit den 60er Jahren der Drogenhandel. Im Laufe der Zeit wurde die südliche Bronx ein Symbol des sozialen Verfalls, mit einer Kriminalitätsrate die weit über Landesdurchschnitt lag. Mit Beginn des Drogenhandels bildeten sich kriminelle Banden, die sich in Selbstjustiz übten und sich gegenseitig in blutigen Auseinandersetzungen bekämpften. Mit dem Aufkommen von Block Partys und Breakdance in den 70er Jahren wurden Gang-Rivalitäten jedoch zunehmend in künstlerischen Wettstreiten ausgetragen. Statt in blutigen Straßenkämpfen maßen Gangzugehörige sich immer öfter anhand ihrer tänzerischen Fähigkeiten.
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